Crew Demo 2 > zwei Fahrscheine zur ISS bitte

Zwei Tage, zwei historisch wichtige Ereignisse. Am 30. Mai 2020 startete zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein privates, bemanntes Raumfahrzeug in den Erdorbit und am 31. Mai 2020, gegen 16:27 Uhr (CEST) dockte dieses Raumfahrzeug erfolgreich an Dock 2 des japanischen Harmony Moduls der ISS an. Die Rede ist natürlich vom Crew Dragon. Befördert wurde dieser von einer Trägerrakete des Typs Falcon 9.

Da es sich um ein neuartiges Raumfahrzeug handelt, wurden für diesen Probeflug zwei erfahrene Testpiloten und Astronauten, die schon an Bord des Spaceshuttles Endeavour waren, auserkoren, Bob Behnken und Doug Hurley. Nach eigener Aussage hat sich somit ein Traum der beiden Freunde erfüllt, die Erprobung eines neuen Raumfahrzeugs.

Der Start selbst erfolgte von der historisch wichtigen Startrampe 39A, des Kennedy Space Center.

Wie heutzutage üblich wurde das gesamte, ca. 27 Stunden dauernde Ereignis, von Kameras begleitet und von Fachkundigem Personal der NASA und SpaceX kommentiert. Dabei ließen speziell die NASA Mitarbeiter immer wieder durchblicken, dass dies ein amerikanischer Erfolg sei, ein amerikanisches Raumfahrzeug, mit Amerikanern an Board, das von amerikanischen Boden startete. In meinen Augen handelt es sich hier um ein historisch wichtiges, terranisches Ereignis, denn es betrifft die ganze Menschheit. Menschen haben Menschen in einen Erdorbit, zu einer von Menschen gebauten, künstlichen “Insel” befördert.

Im frühen Verlauf des Fluges zur ISS tauften Bob und Doug das Raumfahrzeug auf den Namen „Endeavour“.

Die Mission war ein voller Erfolg:

Der Crew Dragon ist eine vollständige Eigenentwicklung von SpaceX und kann, neben der üblichen Fracht, bis zu vier Astronauten befördern. Dabei wird für jeden Astronauten ein Maßgeschneiderter Space Siut bereitgestellt. Auch der Space Siut ist eine Eigenentwicklung der Firma SpaceX. Er sollte funktionell aber auch stylish sein. Anders als vorherige Raumanzüge – diese wurden in der Vergangenheit als autarke, eigenständige Systeme konzipiert – wurde der Sapce Siut als ein Teil der Crew Dragon konzipiert, genau genommen, als ein Teil des Sitzsystems. Es ist wirklich beeindruckend, was die Ingenieure und Designer von SpaceX hier geschaffen haben und dies in verhältnismäßig kurzer Zeit.

 

Wie der Crew Dragon, so ist auch die Trägerrakete vom Typ Falcon 9 eine vollständige Eigenentwicklung durch SpaceX. Diese Mehrwegrakete kehrt zur Erde zurück und kann dann für den nächsten Start vorbereitet werden. Einzig bei der zweiten Stufe handelt es sich um ein Einwegbauteil.

Die Falcon 9 ist 70 m hoch und hat einen Durchmesser von 3,7 m, bei einer Masse von 549,054 Tonnen. In einen niedrigen Erdorbit beträgt die Nutzlast 22,8 Tonnen. Soll die Nutzlast in den geostationären Orbit befördert werden, beträgt diese nur noch 8,3 Tonnen und mit dem Mars als Ziel reduziert sie sich auf 4,02 Tonnen. Angetrieben wird die Falcon 9 von 9 Merlin Triebwerken, welche einen Schub von ca. 8 kN erreichen können. Die zweite Stufe wird von einem einzigen Merlin Triebwerk angetrieben. Im Vakuum kann dieses einen Schub von 981 kN erreichen. Es Transportiert die Nutzlast – im vorliegenden Fall die Crew Dragon – in den gewünschten Orbit, nachdem es sich von der ersten Stufe gelöst hat (siehe https://www.spacex.com/vehicles/falcon-9/ ).

Hohmann-Biografie erschienen

Der VFR informiert (ohne Beteiligung):

Vor 50 Jahren betraten erstmals Menschen den Mond. Vor 100 Jahren berechnete der Essener Bauingenieur Walter Hohmann die entsprechenden Flugbahnen. Auch machte er den Vorschlag, ein „leichtes Beiboot“ einzusetzen – die Idee der Landefähre war geboren. Die Walter-Hohmann-Sternwarte Essen hat jetzt seine Biografie herausgegeben (15 EUR+Versand). Wer Hohmanns Fachbuch noch nicht hat, kann beides im Doppelpack für 20 EUR erwerben: www.whs-essen.de

Moon-Talk mit Apollo-Astronaut Charlie Duke

Eine Veranstaltung des Deutschen Museums München:

Gewinnen Sie Tickets für den „Moon-Talk“ mit Apollo-Astronaut Charlie Duke

2019 ist das Jubiläumsjahr der ersten Mondlandung. Zur Feier dieses Meilensteins in der Raumfahrtgeschichte veranstaltet das Deutsche Museum am 1. Juni den „Moon-Talk“. Ehrengast auf dem Podium ist Apollo-Astronaut Charlie Duke, der 1972 als jüngster Mensch auf dem Mond war und heute einer der letzten noch lebenden „Moon-Walker“ ist. Wenn Sie ab 18.30 Uhr bei diesem exklusiven Event im Forum an der Ludwigsbrücke dabei sein möchten, schicken Sie bis zum 17. Mai eine E-Mail mit dem Betreff „Moon-Talk“, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an kommunikation@deutsches-museum.de. Wir verlosen 10 x 2 Tickets unter allen Einsendern (Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen).